Donnerstag, 05.02.2026

Hanau zeigt Fotoausstellung über erste Generation türkischer Zuwanderung

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Mit einer gut besuchten Eröffnung am 17. Januar 2026 im Foyer des Neustädter Rathauses hat die Stadt Hanau eine Ausstellung eröffnet, die das Leben und die Leistungen der in den 1960er und 1970er Jahren zugewanderten Menschen mit türkischen Wurzeln dokumentiert. Die Schau richtet sich an ein breites Publikum und will Erinnerungen sichtbar machen sowie den Austausch zwischen den Generationen fördern.

Eröffnung und Redner

Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri begrüßte zahlreiche Gäste aus Politik, Zivilgesellschaft und Community und verwies auf die historische Bedeutung der ersten Generation türkischer Zuwanderer für die Stadtentwicklung Hanaus. Er machte deutlich, dass der Begriff Gastarbeiter ursprünglich einen vorübergehenden Aufenthalt bezeichnete, viele Menschen jedoch blieben, Familien gründeten und sich gesellschaftlich engagierten.

Zu den weiteren Rednerinnen bei der Eröffnung gehörten die türkische Generalkonsulin Nagihan Ilknur Akdevelioglu, Staatssekretärin Katrin Hechler sowie die Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck, die als Co Schirmherrin auch die Initiative für die Ausstellung mittrug. Bieri dankte dem Hessischen Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales für die Förderung im Rahmen des Landesprogramms WIR Vielfalt und Teilhabe sowie dem Hanauer WIR Vielfaltszentrum für die Unterstützung der Projektarbeit.

Porträts, Biografien und Symbolik

Die ausgestellten Fotografien und die grafische Gestaltung stammen von Miri Möß vom Urban Media Project. Ergänzt werden die Bilder durch biografische Einblicke, die nach Angaben der Veranstalter Leistungen, Opfer und Alltagsrealitäten der ersten Generation sichtbar machen sollen. Die Ausstellung zielt darauf ab, Erinnerung und Anerkennung zu ermöglichen und zugleich emotionale Zugänge zur Geschichte zu eröffnen.

Bei der Eröffnung erhielten die 21 porträtierten Personen ein gerahmtes Foto ihres Bildes und eine Urkunde über einen im Hanauer Stadtwald gepflanzten Baum. Stadtverordnetenvorsteherin Beate Funck erklärte, der Baum stehe symbolisch für die Verwurzelung der in der Stadt lebenden Menschen.

Projektstruktur, Stationen und Besuchsmöglichkeiten

Die Ausstellung wurde vom Haus für Demokratie & Vielfalt HDV konzipiert und produziert. In den vergangenen Wochen war sie bereits in Moscheegemeinden, bei Vereinen und auf öffentlichen Veranstaltungen zu sehen. Das Projekt ist als wachsendes Angebot angelegt und soll künftig an weiteren Orten im Stadtgebiet gezeigt werden. Hanauer Institutionen und Vereine können die Ausstellung ausleihen. Anfragen werden per E Mail an demokratie@hanau.de entgegengenommen.

Die Schau ist noch bis zum 31. Januar im Neustädter Rathaus zu sehen. Die regulären Besuchszeiten sind täglich von 14 bis 17 Uhr sowie mittwochs und samstags von 10 bis 17 Uhr. Das Team des HDV ist während der Öffnungszeiten vor Ort und steht für Fragen zur Verfügung.

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