Donnerstag, 22.01.2026

Hanau und Main-Kinzig verlangen Anteil aus hessischem Krankenhaustransformationsfonds

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Hanau und der Main-Kinzig-Kreis fordern, dass auf die Kliniken in ihrer Region Mittel aus dem hessischen Anteil am Krankenhaustransformationsfonds entfallen. Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri und Landrat Thorsten Stolz sprechen sich für eine gerechte Verteilung der in Hessen verfügbaren 950 Millionen Euro aus und nennen konkrete Investitionsvorhaben an den kommunalen Krankenhäusern.

Forderung nach regionaler Verteilung

Der Krankenhaustransformationsfonds wurde im Zuge der Krankenhausreform aufgelegt und stellt bis 2035 Mittel für die Modernisierung der Krankenhausinfrastruktur bereit. Zu den Zielsetzungen zählen der Ausbau baulicher Strukturen, die Digitalisierung und die Förderung sektorenübergreifender Versorgungskonzepte. Für Hessen stehen dafür derzeit 950 Millionen Euro zur Verfügung.

Bieri und Stolz betonen, dass es sich bei einem großen Teil der Mittel um kommunale Investitionen handele und diese daher auch den kommunal getragenen Krankenhäusern zugutekommen müssten. Sie begrüßen zugleich die Stellungnahme der Hessischen Krankenhausgesellschaft, die eine Verteilung der Fördermittel in die Fläche gefordert und eine einseitige Bereitstellung von 200 Millionen Euro für die Universitätsklinik Frankfurt kritisiert hat.

Konkrete Bedarfe in Hanau und Main-Kinzig

Als konkrete Projekte nennen die Kommunalvertreter den Umbau der Notaufnahme am Standort Gelnhausen, den Aufbau einer geriatrischen Tagesklinik in Schlüchtern sowie die Schaffung einer neuen Kreissaallandschaft und die Beschaffung großer medizinischer Geräte für das Klinikum Hanau. Nach Schließungen und reduzierten Versorgungsangeboten in Orten wie Büdingen und Alzenau hätten die Main-Kinzig-Kliniken zusätzliche Versorgungsverantwortung übernommen, so Stolz.

Bieri weist darauf hin, dass das Klinikum Hanau als Haus der Maximalversorgung eine zentrale Funktion für die Region habe. Beide Kommunalpolitiker argumentieren, dass die Mittel des Transformationsfonds dazu beitragen müssten, die Versorgungsqualität in Notfallmedizin, Geburtshilfe und spezialisierten Bereichen langfristig zu sichern.

Kommunale Trägerschaft und Erwartungen an das Land

Vor dem Hintergrund des Wegfalls zahlreicher stationärer Angebote bekennen sich Bieri und Stolz ausdrücklich zur kommunalen Trägerschaft ihrer Kliniken. Sie sehen in öffentlicher Verantwortung verankerte Krankenhäuser als Garant für Verlässlichkeit, regionale Verantwortung und patientenorientierte Versorgung und fordern, dass der Transformationsfonds diese Strukturen stärkt.

Abschließend appellieren Bürgermeister und Landrat an das Land Hessen, bei der Ausgestaltung und Mittelvergabe die regionalen Bedarfe zu berücksichtigen und die Fördermittel zügig sowie unbürokratisch an die Krankenhausträger weiterzugeben. Ohne eine gezielte Beteiligung der Regionen könnten nach ihrer Auffassung Investitionsschwerpunkte einseitig in wenigen Zentren konzentriert bleiben.

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