Donnerstag, 18.06.2026

Hanauer Kinderärzte und Bürgermeister warnen vor Folgen des geplanten GKV Beitragsstabilisierungsgesetzes

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Versorgungslage in Hanau

Die Praxen erklären, dass die Bevölkerung in Hanau einen hohen Anteil an Familien mit Migrationshintergrund aufweise. Zeitintensive Gespräche, zusätzliche Übersetzungsbedarfe und ein wachsender Beratungsbedarf in Bereichen wie Entwicklung, Ernährung und Sozialpädiatrie erhöhten den Aufwand für die Versorgungspersonen. Diese präventiven und beratenden Leistungen würden bisher nur unzureichend vergütet, so die Kritik.

Kritik am Gesetzentwurf und erwartete Folgen

Der Entwurf des GKV Beitragsstabilisierungsgesetzes sieht nach Auffassung der Unterzeichnenden mehrere Elemente vor, die die Situation verschärfen könnten. Sie nennen insbesondere die geplante Deckelung der bislang extrabudgetären Gesamtvergütung nach § 87d auf die Entwicklung der Grundlohnsumme sowie die geplante Abstaffelung über eine Fixkostendegression. Nach ihren Angaben würden hiervon insbesondere Präventionsleistungen wie Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen betroffen sein. Neu eingeführte Leistungen, etwa die geplante Vorsorge U10 im Grundschulalter, sollen dem Entwurf zufolge bereits nach zwei Jahren in diese Deckelung einbezogen werden.

Die kritischen Stimmen aus Hanau verweisen darauf, dass pädiatrische Praxen im Vergleich zu anderen Fachrichtungen einen hohen Personal und Flächenbedarf pro Patient haben und dass Personal, Energie und Mietkosten seit Jahren stärker steigen als die zugrundeliegende Grundlohnsumme. Eine Rückkehr zu budgetierten Vergütungsbestandteilen könnte nach Ansicht der Unterzeichnenden zu reduzierten Sprechstundenzeiten, längeren Wartezeiten und einer verringerten Versorgungsqualität führen. Dies wiederum vermindere die Attraktivität einer Niederlassung und erschwere die Besetzung bereits vakante Sitze.

Forderungen und Ausblick

Vor dem Hintergrund dieser Einschätzungen fordern die Unterzeichnenden Änderungen am Gesetzentwurf. Sie verlangen, Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen im Kindes und Jugendalter von der Deckelung auszunehmen und in die Ausnahmeliste des § 87d aufzunehmen. Zudem fordern sie, die Entbudgetierung für Hausärzte und Kinderärzte nicht wieder zurückzunehmen und auf eine Fixkostendegression bei steigenden Fallzahlen zu verzichten.

Die Verfasser des Briefes appellieren an die zuständigen Abgeordneten, im parlamentarischen Verfahren auf entsprechende Änderungen hinzuwirken, und bieten Gesprächsbereitschaft an. Als Unterzeichnende nennen sie unter anderem den Hanauer Bürgermeister Dr. Maximilian Bieri sowie mehrere niedergelassene Kinderärztinnen und Kinderärzte aus dem Stadtgebiet.

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