Freitag, 30.01.2026

Hanau will mit Kreisfreiheit Entscheidungswege verkürzen und Flächen für Unternehmen schaffen

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Zum 1. Januar 2026 wird Hanau kreisfrei. Die Stadtverwaltung sieht darin einen Weg, wirtschaftspolitische Entscheidungen zu beschleunigen, Zuständigkeiten zu bündeln und die Stadt gezielter als Investitionsstandort zu positionieren. Oberbürgermeister Claus Kaminsky beschreibt den neuen Status als Wettbewerbsvorteil, weil er kürzere Abstimmungsprozesse und größere Planungsfreiheit ermögliche.

Mehr Handlungsspielraum für Wirtschaftsförderung und Verwaltung

Mit der Kreisfreiheit gehen laut Stadtverwaltung erweiterte Kompetenzen einher, die operativ von der Hanauer Wirtschaftsförderung umgesetzt werden sollen. Die Behörde wird als zentrale Schnittstelle zwischen Verwaltung, Unternehmen und Investoren genannt. Ihr Auftrag umfasst das Begleiten von Ansiedlungen, die Unterstützung bestehender Betriebe und die Begleitung von Transformationsprozessen.

Die neue Struktur soll auch interne Verwaltungsprozesse beschleunigen. Prominent genannt wird die Gründung eines gemeinsamen Jobcenters von Stadt und Bundesagentur für Arbeit. Nach Angaben der Stadt soll diese enge Verzahnung die Fachkräftesicherung erleichtern, weil Qualifizierungs- und Vermittlungsmaßnahmen gezielter auf die Bedürfnisse der Unternehmen abgestimmt werden können.

Raumplanung und konkrete Bauvorhaben

Ein Fokus der künftigen Stadtentwicklung liegt auf Gewerbeflächen. Im nächsten Regionalen Flächennutzungsplan will Hanau unter anderem in Klein Auheim und Wolfgang Flächen für betriebliches Wachstum reservieren, um bestehenden Firmen Expansionsmöglichkeiten zu bieten und neue Unternehmen anzuziehen.

Als sichtbares Projekt nennt die Stadt die schrittweise Umgestaltung des Hauptbahnhofsquartiers zu einem gemischt genutzten Stadtteil, in dem Arbeit, Dienstleistungen und Mobilität zusammengeführt werden sollen. Auch das frühere Gelände von Heraeus Quarzglas steht laut Stadt zur Umnutzung an. Dort sollen bestehende Strukturen für neue wirtschaftliche Nutzungen adaptiert werden, mit Platz für Firmen und neue Arbeitsplätze.

Für die Innenstadt verweist die Verwaltung auf den Stadthof als Beispiel für gelungene Umnutzung. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch geplante Investitionen von rund 152 Millionen Euro in Bildung und Betreuung, die als Standortfaktoren für Fachkräftegewinnung und Lebensqualität hervorgehoben werden.

Digitale Infrastruktur und Zukunftsmärkte

Die Stadt betont zudem den Ausbau der digitalen Infrastruktur. Mehrere private Anbieter investieren nach Angaben der Verwaltung in den Glasfaserausbau, und die Stadtverwaltung selbst will Verwaltungsprozesse weiter digitalisieren. Solche Maßnahmen sollen die Effizienz erhöhen und Unternehmen wie Bürgerinnen und Bürgern bessere Services bieten.

Hanau sieht in seiner Nähe zum Internetknoten DE CIX in Frankfurt eine Chance für Rechenzentren und andere datenintensive Unternehmen. Die Verwaltung will diese Möglichkeit mit Fragestellungen von Energieversorgung, Nachhaltigkeit und lokaler Wertschöpfung verknüpfen, um wirtschaftliches Wachstum mit infrastrukturellen und ökologischen Anforderungen in Einklang zu bringen.

Insgesamt will die Stadt den Status als kreisfreie Stadt nutzen, um wirtschaftliche Entwicklungen zielgerichteter und unternehmerischer zu steuern. Kaminsky sagte, die neue Zuständigkeit werde konsequent eingesetzt, um Hanau als verlässlichen und wettbewerbsfähigen Standort weiterzuentwickeln.

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